DIE GUNST DES MAKELS

VISUELLE STUDIEN

Transfer von Kintsugi auf Papier

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Wabi Sabi ist ein allgegenwärtiger Begriff der japanischen Philosophie. Wabi steht für den inneren Wert, für Bescheidenheit, Einsamkeit, Traurigkeit, Schlichtheit und Stille. Es bezeichnet auch die Harmonie, die Dinge und Lebewesen in ihrem natürlichen Zustand besitzen. Sabi steht für die äußerlichen Spuren, die Zeit und Gebrauch hinterlassen, für die Patina. Die Ästhetik des Wabi Sabi durchdringt die japanische Kultur – sie zeigt sich zum Beispiel in japanischen Gärten, im Ikebana, in der japanische Teezeremonie, im Haiku.

 

Auch die traditionelle japanische Goldreparatur, Kintsugi entwickelte sich im 16. Jahrhundert in Japan vor dem Hintergrund des ästhetischen Prinzips Wabi-Sabi. Hier werden in mehreren Arbeitsgängen zerbrochene Keramiken mit einer Urushi-Mischung geklebt, fehlende Scherben neu aufgebaut und mehrfach geschliffen. Abschließend vergoldet man die Bruch- und Schadstellen aufwändig. Diese Goldverbindung soll den Makel hervorben, der Fehler­haftigkeit eine ganz besondere Wertschätzung zuteilen. Auch Sashiko, eine aufwändige japanische Reparaturtechnik, von Kleidungsstücken wertet die geflickte Schadstelle durch ästhetisch hochwertige Stickereien auf.

Visuelle Studien Kintsugi und der Transfer auf Papier | Urushi-Lack, Gold, Silber, Zinn, auf Keramik, Bütten, Japanpapier
 

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 ©EVA-MARIA BOLZ 2019

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